50% der Macht - Auch in der Kommunalpolitik

Veröffentlicht am 05.03.2022 in Kommunalpolitik

Wie steht es um die Frauen in der Kommunalpolitik. Hierzu haben wir unsere Kreisvorsitzende Alexandra Nohl und die stellvertretende Kreisvorsitzende des Kreises Rhein/Neckar Neza Yildirim befragt. Beide stehen mitten im Leben. Sie sind berufstätig, haben Familie und engagieren sich dennoch - oder gerade deshalb - seit langem in der Politik. Sie kennen die politische Arbeit auf der kommunalen Ebene und in den Gremien der SPD. 

Hier findest Du ihre Antworten...

Hallo Alex, hallo Neza, warum ist es generell wichtig, dass sich Frauen in der Politik engagieren?

Alex: Wenn man eine solche Frage stellt, liegt die Antwort in der Frage.

Neza: Wir brauchen eine echte Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern!

Alex: Frauen sind die Hälfte der Bevölkerung und sollten auch die Hälfte in der Politik repräsentieren. Nur so können alle Belange von Männern und Frauen berücksichtigt werden. Jede Personengruppe hat ein Recht auf ihre Repräsentation in ausgewogenem Verhältnis.

Neza: Es geht auch darum, eine größere Vielfalt in den politischen Ämtern zu haben .

Wie seht Ihr die Situation der Frauen speziell auf der Ebene der Kommunalpolitik?

Alex: Leider gibt es zu wenige Frauen in der Politik, gerade auch auf der kommunalen Ebene. In der Kommunalpolitik laufen die Fäden zusammen, hier hat man Gestaltungspotenzial. Hier hat man Einfluss auf die kommunale Verwaltung und kann fortschrittliche Familienarbeitszeiten einfordern.

Neza: Das stimmt. Wir Frauen sind in allen deutschen Bundesländern in der Kommunalpolitik unterrepräsentiert. Somit ist in keinem Fall von einer Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen auszugehen. 

Alex: Gerade die Verwaltung sollte als gutes Beispiel voran gehen, sei’s in der Einstellung auf Führungsposition oder in familienfreundlichen Arbeitssituationen, als familienfreundliche Kommune und als Träger der kommunalen Kinderbetreuung. Hier kann man auch seine eigenen Themen einbringen indem man Anträge stellt und andere Frauen unterstützt, ein breites Bündnis bildet und Frauenthemen aufgreift. Welche Themen das sind, muss jede für sich entscheiden.

Was muss sich ändern, damit sich mehr Frauen auf der kommunalen Ebene engagieren (können)?

Alex: Frauen haben ein realistisches Gespür für das Machbare. Sie engagieren sich im Elternbeirat, im Verein und in Projekten. Die Politik in einem kommunalen Gremium ist oft zäh, langwierig, hat altmodische Abläufe und ist männerdominiert, dem geht man doch gerne aus dem Weg. Kommunalpolitik muss noch transparenter werden und familienfreundlicher, evtl. müssen die Anfangszeiten der Sitzungen angepasst werden, Tagesordnungen effektiver gestaltet und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder geschaffen werden.


Neza: Wenn wir den Ausbau von Infrastruktur für die Kinderbetreuung und zur Pflege von Angehörigen verbessern, entlastet das die Frauen und gibt Ihnen mehr Zeit sich zu engagieren.



Alex: Das traditionelle Familienbild ändert sich nur langsam. Nach wie vor sind mehr Mütter in Elternzeit, als Väter. Meistens sind es die Frauen die sich eine längere Auszeit nehmen um das Kind oder die Kinder zu betreuen. Hier braucht es  Vorbilder, aber auch Unterstützung. 

Neza: Ich bin für eine Quotierung der Listen bei Kommunalwahlen bei allen Parteien. 

Alex: Eltern sollen dazu ihren Kindern vorleben was es heißt, gleichberechtigt im Leben zu sein. Dazu braucht es Vorbilder auf allen Ebenen, mehr Frauen in Führungspositionen, aber auch mehr Männer in pflegenden Berufen und in dem Bereich der Kinderbetreuung. Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Die Politik wird, trotz 16 Jahre Angela Merkel, weiterhin von Männern geprägt. Die SPD zeigt mit ihrem Quorum, dass sie Frauen fördert, hier sollten alle Parteien nachziehen. 

Neza:  Und es müssen auch die Normierungsprozesse vereinfacht werden.

Alex: Wir möchten Frauen motivieren, damit sie sich aufstellen lassen. Man kann nicht immer nur klagen und nichts machen, man muss sich auch engagieren! Das gilt aber für alle Geschlechter. Politik ist nicht nur Belastung, sondern auch eine Bereicherung fürs Leben.

Wie lautet Eure persönliche Botschaft an Frauen, die sich engagieren möchten?


Neza: Liebe Frauen, wir brauchen jeden. Es sind unsere Städte und Gemeinden, die eure Unterstützung brauchen.

Alex: Engagiert euch! Wir sind die Hälfte der Bevölkerung – uns gehört auch die Hälfte der Macht!

Herzlichen Dank Euch beiden.

Wenn auch Du Dich politisch engagieren möchtest, informiere Dich hier oder nimm einfach mit uns Kontakt auf. Wir freuen uns auf Dich.
 

 
 

Suchen

101 Jahre SPD Oberhausen-Rheinhausen

Drei Generationen Frauen-Power in der SPD

Folge uns auf Facebook

   fb/SPDOberhausenRheinhausen

Mitglied werden!

Mitglied werden!

Folge uns auf instagram

instagram.com/spdoberhausenrheinhausen